Wartest du noch auf den perfekten Moment? Was, wenn er nie kommt?

Es hat tagelang geregnet. Dieses gleichmäßige Trommeln gegen die Fensterscheiben, das alles ein bisschen langsamer macht. Draußen grau, drinnen ein seltsames Durcheinander in mir. Eigentlich wollte ich diese Woche nutzen, um Liegengebliebenes zu erledigen. Stattdessen blieb ich öfter einfach sitzen, mit Blick nach draußen.

In einem dieser Momente habe ich die Nachricht vom Tod von Laura Dahlmeier im Radio gehört. Ich war überrascht, wie sehr sie mich getroffen hat – nicht, weil ich Laura Dahlmeier persönlich kannte, sondern weil ihr Tod mich an etwas erinnert hat, das ich gerne verdränge:

Wir alle glauben, Zeit zu haben.

Aufschieben ist trügerisch

Da gibt es Dinge, die mir wirklich wichtig sind. Menschen, denen ich etwas sagen möchte. Gedanken, die ich teilen will. Und doch schiebe ich manches vor mir her – aus Rücksicht, aus Angst, aus der Sorge, dass mein Gegenüber überfordert sein könnte oder dass ich nicht die richtigen Worte finde. Vielleicht kennst du diese Gedanken.
Da habe verstanden, dass diese Zurückhaltung nicht nur schützt – sie kann auch trennen und verhindern.

Loslassen von der Illusion „Es ist noch Zeit“

Der Regen hat mich dazu gebracht, innezuhalten. Und in dieser Ruhe habe ich mich gefragt: Was, wenn „später“ nicht kommt? Was, wenn ich nie den Mut aufbringe, zu sagen, was ich fühle?
Es geht nicht darum, andere zu drängen oder Erwartungen zu wecken. Es geht darum, im Reinen mit mir selbst zu sein. Loszulassen von der Angst vor Reaktionen – und stattdessen das zu teilen, was mir wirklich wichtig ist.

Ein stiller Entschluss

An diesem grauen Tag habe ich einen stillen Entschluss gefasst: Wenn ich spüre, dass mir etwas wichtig ist, will ich es sagen. Nicht laut, nicht dramatisch – einfach ehrlich. Ich will nicht darauf warten, dass der perfekte Moment kommt.

Eine Einladung an dich

Vielleicht gibt es auch in deinem Leben Worte, die noch unausgesprochen sind. Gefühle, die warten. Menschen, die sie hören sollten.
Was hält dich zurück? Und was wäre, wenn du dich von der Vorstellung löst, dass „später“ sicher ist?